Bericht des Beisitzers für Windsurfen Rainer Frohböse

In der Jugendklasse im Windsurfen, dem BIC Techno 293, sind bundesweit im vergangenen Jahr die Starterfelder weiter rückläufig gewesen. Unter den insgesamt 30 (Vorjahr: 41) Jungen und Mädchen, die in der nationalen Rangliste geführt werden, sind aktuell 4 Hamburger (Vorjahr: 5).

Mit dem erst 14jährigen Felix Kupky auf Platz 3, Vincent Domsta auf Platz 5 und der 13jährigen Nadia Jablonski auf Platz 10 sind drei Hamburger aktuell in den TOP Ten.

Die Internationale Deutsche Jugend- und Jüngsten Meisterschaft wurde in diesem Jahr in Xanten auf dem Südsee ausgetragen. Trotz fast völliger Windstille sah sich die Wettfahrtleitung genötigt, mehrerer Wettfahrten durchzuführen, die am Ende niemanden glücklich gemacht haben.

Ihr Leistungsvermögen mussten die vier Hamburger D-Kadersurfer Nadia, Felix, Vincent und Finn Kerwien bei den BIC Techno Europameisterschaften in Sopot / Polen und bei den Weltmeisterschaften in Torbole / Italien unter Beweis stellen. Insbesondere Felix ist dies eindrucksvoll gelungen indem er zweimal als bester Deutscher in der Gold-Fleet mitgesurft ist und damit sein Ziel für diese beiden Regatten in vollem Umfang erreicht hat. Zumindest bei Leichtwind ist dazu auch Nadia in der Lage, der dieses Kunststück wenigstens bei der EM in Polen gelungen ist.

Diese Entwicklung haben wir vom Hamburger Seglerverband in 2016 durch eine Betreuung auf dem Wasser nach Kräften unterstützt. Vom Deutschen Segler-Verband haben die Jugendlichen einen Zuschuss zur Beschaffung von aktuellem Regattamaterial erhalten.

Andere Landessegler Verbände bemühen sich seit Jahren nicht mehr um den Jugendbereich im Windsurfen. Aus diesem Grunde sind die Jugendlichen, auch wenn sie nicht mehr in Hamburg leben, bisher ihrem Hamburger Verein treu geblieben. Wie das Jahr 2016 gezeigt hat, konnten die räumlichen Entfernungen zwischen Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern leider nicht überwunden werden, so dass ein gemeinsames Training aller Hamburger Kadersurfer nicht stattgefunden hat.

Und wie geht es 2017 weiter? Nach dem Wechsel im Amt des DSV-Obmanns für Spezielle Segeldisziplinen, welches Walter Mielke im Herbst 2015 übernommen hat, hatten wir die Hoffnung, dass von Seiten des DSV nun endlich die strukturellen Weichen für einen Neu-Anfang im Windsurfen gestellt werden. Doch den dafür erforderlichen (Honorar)Bundestrainer Windsurfen wird es auf absehbare Zeit nicht geben.
Bliebe die Frage, ob die Landesverbände, die sich derzeit noch im Windsurfen engagieren, untereinander zu einer guten Kooperation kommen. Doch weit gefehlt. So hat der Bayerische Segler Verband öffentlich bekannt gegeben, dass unser bester D-Kadersurfer im kommenden Jahr für den RSC Chiemsee starten wird. Da ein weiterer Kadersurfer aus persönlichen Gründen ganz mit dem Regattasurfen aufhört, wird es in 2017 zunächst einmal keinen Hamburger D-Kader im Windsurfen mehr geben.

Die Zeichen sind also auf Neu-Anfang gestellt. Und es besteht Hoffnung. Im Rahmen einer geplanten „Wassersportklasse“ möchte die Stadtteilschule Kirchwerder auch das Windsurfen in den normalen Schulunterricht aufnehmen. So konnte der Windsurfing Club Hamburg bereits in 2016 mit der Schule zwei Surfkurse durchführen. Wir hoffen, dass sich aus dem Kreis der Kurs-Teilnehmer langfristig wieder neue Impulse für das Windsurfen im Verein ergeben.

Durchweg Erfreuliches gibt es aus der Raceboard Klasse zu vermelden. So wurde bei den Master Worlds in Liepaja / Lettland der Hamburger Bernd Neumann 6. in der Gesamtwertung und wurde damit zugleich in der Veteranen-Wertung der über 55jährigen Weltmeister des Jahres 2016. Herzlichen Glückwunsch!
Seinen leistungsmäßigen Aufstieg konnte der ebenfalls für den Windsurfing Club Hamburg startende Lars Mühmel im vergangenen Jahr fortsetzen. Bei der IDM am Dümmersee waren mit Platz 12 in der Endabrechnung die TOP Ten bereits in Reichweite.

Für 2017 werden aus Hamburg wieder zwei Teams in der Surfbundesliga an den Start gehen. Ganz ohne Chancen sind wir nicht!

2015, 2014, 2013