Bericht des Revierobmanns Axel Sylvester

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig über eine erneute Vertiefung der Elbe wird erst nach Redaktionsschluss des „blauen Heftes“ des Hamburger Segler-Verbandes fallen. Auf der Jahreshauptversammlung werden wir wissen, wie entschieden wurde.

Elbe- Strombau- und Sedimentmanagement

Im vergangenen Jahr fanden zwei große Sitzungen des Forums Strombau- und Sedimentmanagement mit Beteiligung des Hamburger Segler- Verbandes statt. Am Jahresanfang die Infoveranstaltung „Dialogforum Tideelbe“ am 15. März 2016 und die Gründung des Forums Tideelbe am 06. Dezember 2016. Moderiert wurde und wird dieser Prozess vom IFOK (Institut für Organisationskommunikation)

Als Ergebnis der Infoveranstaltung im März wurden wir zu einem längeren Gespräch mit einem Vertreter vom IFOK gebeten. In dem Gespräch konnten wir auf die sportliche und gesellschaftliche Bedeutung und den Umfang des Segel- und allgemein des Wassersports im Elbe- Ästuar aufmerksam machen. Verbunden mit der Forderung, im Kuratorium der noch zu gründenden „Ästuarpartnerschaft“ als „Stakeholder“ vertreten zu sein. Zeitweilig drohte der Wassersport aus dem künftigen Dialogprozess herauszufallen.

Wiederum als Ergebnis der Gründungsveranstaltung wurde aus der unter dem Arbeitsbegriff „Ästuarpartnerschaft“ geplanten Fortsetzung des Dialogprozesses das „Forum Tideelbe“ aus der Taufe gehoben.

Der Hamburger Segler- Verband, der Segler- Verband Schleswig- Holstein, der Deutsche Motoryachtverband mit seinen Vertretern aus Hamburg und Schleswig- Holstein und die Gruppe Nedderelv einigten sich darauf, dass Bruno Höge, Vorsitzender der Gruppe Nedderelv, die Interessen des Wassersports im Lenkungskreis des Forums wahrnehmen soll. Als sein Vertreter wird Uwe Hanse vom Segler- Verband Schleswig- Holstein vorgeschlagen. Der HSgV, vertreten durch seinen Revierobmann, ist
in engem Kontakt mit den gewählten Vertretern und wird die Aktivitäten des Forums allgemein und vor allem projektbezogen aktiv begleiten. Ein enger Austausch mit unserem Lenkungskreismitglied ist selbstverständlich.

Das Forum Tideelbe wird nach unserem Verständnis, unabhängig vom Ausgang des Prozesses um die Elbvertiefung, zukünftig eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Strombau- und Sedimentmaßnahmen im Elbeästuar spielen.

Initiative Kiel-Kanal

Informationen aus der 2. Sitzung in Hamburg

  • Generelle Linie des Bundesverkehrsministeriums: Erhalt geht vor Ausbau.
  • Momentan gibt es 2 Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen, jeweils in Kiel und Brunsbüttel, die perspektivisch zu einem WSA mit den beiden Standorten Brunsbüttel und Kiel zusammengefasst werden sollen. Ebenso gebe es interne Vorbereitungen, die Elbe zukünftig nur noch durch ein WSA zu verwalten.
  • Für die Maßnahmen am NOK sind 1,5 Mrd. Euro bewilligt worden, davon sind bereits folgende Ausgaben festgelegt: 0,5 Mrd. für die 5. Kammer in Brunsbüttel, 240 Mio. für den Ersatzbau der alten Schleusen in Holtenau.
  • Zum Übernachten bzw. Anlegen sind im Flemhuder See Pfähle gerammt worden. Das Ankern wurde dort verboten, weil die Wasserfläche für die schwimmenden Geräte und den wasserseitigen Materialtransport benötigt wird.
  • Die Levensauer Hochbrücke ist so alt wie der Kanal (120 Jahre) und wird durch eine neue Bogenbrücke ersetzt werden. Alle Eisenbahnbrücken, bis auf die Rendsburger, müssen ebenfalls grundsaniert werden. Die Rendsburger Hochbrücke ist „up to date“ und mit 200 Mio. Euro grundsaniert und elektrifiziert worden. Hochdonn ist in Arbeit.
  • Die kleinen Schleusen in Kiel haben überall Risse und flächige Risse und werden als Erstes erneuert. 70% des aktuellen Verkehrs können zukünftig durch die erneuerten „alten“ Schleusen geschleust werden. Wegen anderer Tortechnik können die „alten“ Schleusen 20-30 Meter länger werden. Sie werden als Ersatz für jeweils eine große Schleuse während derer Sanierungszeit dienen.
  • Die Voruntersuchungen an den großen Kieler Schleusen beginnen im nächsten Jahr. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit für die kommenden 50-80 Jahre sicherzustellen. In den folgenden 4 – 5 Jahren wird der Sanierungsplan fertig gestellt, um in 10 Jahren unverzüglich mit der Sanierung beginnen zu können.
  • Personal für die Vorbereitungsmaßnahmen und die Planung ist knapp.
  • Frühestens in 10 Jahren kann man an die Vertiefung des Kanals denken.

„Bis zur Betriebsaufnahme der neuen Bezahlmöglichkeiten wird das Entrichten der Befahrensabgaben für Sportboote ausgesetzt. Mit der Aufnahme des Betriebes der neuen Bezahlsysteme erfolgen weitere Informationen.“
Stand 31. Januar 2017
http://www.wsa-kiel.wsv.de/Schifffahrt/Sportschifffahrt/Befahrensabgaben_Sportboote/index.html

Zukunftswerkstatt kleine Vereine

Auf Initiative des Vorsitzenden des SCN, Heino Peters, trafen sich bisher zweimal Vertreter mehrerer kleiner Vereine, um über gemeinsame Anstrengungen zur Steigerung der Attraktivität und der öffentlichen Darstellung ihrer Vereine zu beraten. Im Vordergrund standen die Bemühungen, die Aktivitäten der Vereine zu präsentieren und vor allem Veranstaltungen und Angebote etc. gegenseitig zu nutzen. Ein erstes sichtbares Ergebnis und die Protokolle der Sitzungen finden sich auf:
http://www.scn-1910.de/Baustelle-Zukunft/Empfang

Der Hamburger Segler- Verband, vertreten durch den Revierobmann und den Obmann Leistungssegeln, begleiten gerne die Aktivitäten dieser Initiative.

Hafen Borsfleth/Störloch

Der HSgV unterstützt den SSVB (Sport- Schipper- Verein Borsfleth) bei seinen Bemühungen, die Wassertiefe im Hafen möglichst tideunabhängig zu halten. Auf einer Informationsveranstaltung des Vereins im Herbst 2016 wurden wir erstmalig auf deren Planungen aufmerksam gemacht. Durch einen Durchstich soll eine bessere Durchströmung zum Abtransport der sich ablagernden Sedimente erreicht werden.

Die Fakten, mit denen der Hafen wiederkehrend konfrontiert ist:

  • Der Hafen darf nur mit Wasserinjektionsspülung vom Schlick befreit werden. Es darf jährlich auf Antrag nur eine vorgeschriebene Menge ausgespült werden.
  • Der Elbabschnitt vor und in der Stör zu den Kulminationspunkten der Sedimentierung zählt.
  • Die Wassertemperatur zum Spülen muss weniger als 12° Celsius betragen. Die geeigneten Spülschiffe sind ganzjährig vom WSA gepachtet und müssen für „Extratouren“ freigegeben werden.
  • Für 25.000 m3 ausgespülten Schlick entstehen Kosten von bis zu 30.000 €. Das vorgeschriebene Peilprotokoll schlägt mit 3000 € zu Buche.
  • Jedes der hundert Vereinsmitglieder leistet im Schnitt dreißig Arbeitsstunden, um die Schlengelanlage zu erhalten bzw. winterfest zu machen und im Frühjahr wieder in Betrieb zu nehmen.
  • Der Verein hat 38 feste Plätze an Vereinsmitglieder vergeben; in 2014 gab es knapp 800 Übernachtungen durch Gäste mit ihren Schiffen.

Der HSgV hat ein Sondierungsgespräch beim WSA initiiert und den Vorstand des SSVB begleitet, um auf dieser Sitzung die Bedeutung des Hafens für den Segelsport auf der Unterelbe zu unterstreichen. Wir werden den Verein, gemeinsam mit Uwe Hanse vom Segler- Verband Schleswig- Holstein, bei seinen Bemühungen bei diesem umfangreichen Projekt aktiv unterstützen.

Aus einer finanziellen Notlage heraus bittet der Verein derzeit alle Elbsegler, per „Crowdfunding“ die anstehende Injektionsbaggerung mit Spenden zu unterstützen. Der HSgV bittet seine Mitglieder, den Hafen ebenfalls durch regelmäßigen Besuch und mit den damit einzunehmenden Liegegelder zu unterstützen.

Gruppe Nedderelv

Teilnahme als Vertreter des HSgV am 5. März 2016 auf der Frühjahrssitzung der Gruppe Nedderelv in Cuxhaven und am 19. November 2016 auf der Herbstsitzung in Brunsbüttel.

Themen an vorderer Stelle waren die Diskussion des Wassertourismuskonzeptes des Verkehrsministeriums und der Stand des Prozesses um die Elbevertiefung.

NDR Hafenkonzert: Der Hafen und sein Schlick

In einem beim MSC geführten Interview für die Sendung Hafenkonzert berichteten Vertreter des Hamburger Seglerverbandes über die Probleme durch die zunehmende Verschlickung der Sportboothäfen und des Mühlenberger Loches. Das Interview ist zum Nachhören zu finden als Podcast auf http://www.ndr.de/903/podcast4306_page-2.html

2015

2014