2015-Bericht des Revierobmanns Axel Sylvester

Strombau- und Sedimentmanagement

Auch im Jahr 2015 wurde der Dialogprozess Strombau- und Sedimentmangement mit den Themen Strombau und Sedimentmanagement durch den HS in den Forumssitzungen, der Abschlusssitzung und der Abschlussdokumentation vertreten.
Aufgabe des Fachforums Sedimentmanagement war es, unter Beachtung der Interessen aller Beteiligten Wege in die Zukunft aufzeigen, wie die Unterbringung von Baggergut in der Tideelbe weiter verbessert werden kann. Die neuerlich geplante Elbvertiefung und deren Auswirkungen waren ausdrücklich nicht (!) Thema der Foren. Es ging nur um die aktuell vorhandenen Probleme.
Eine gute und vertrauensvolle thematische Zusammenarbeit hat sich mit den Vertretern der Gruppe Nedderelv, des schleswig- holsteinischen Seglerverbandes, des DMYV und dem Geschäftsleiter des Projektes der Metropolregion Hamburg: „Maritime Landschaft Unterelbe“ entwickelt. Zusammengefasst findet sich diese Zusammenarbeit im Abschlussbericht:

„Aus Sicht der Kommunen, des Tourismus und der Freizeitschifffahrt ist insbesondere dauerhaft zu gewährleisten, dass Freizeithäfen und touristisch wertvolle Bereiche nicht durch unterhaltungsbedingte Eintreibungen – auch an den Nebenflüssen – beeinträchtigt werden, sondern möglichst ebenfalls von Unterhaltungsmaßnahmen im Rahmen des Sedimentmanagements profitieren. Unterbringungen innerhalb der Tideelbe (stromauf MaxTrüb bis stromab MaxTrüb) werden in Bezug auf Verschlickungen von Flachwasserbereichen, Nebenelben, Sportboothäfen und (Tideelbe-) Watten umso kritischer gesehen, je weiter sie stromauf liegen und je mehr Feinmaterial in strömungsberuhigte Bereiche verdriften kann. Besondere Sorgen bestehen bei einer Verbringung von höher belastetem Baggergut im Bereich stromab MaxTrüb, da sich in unmittelbarer Nähe das Nordseeheilbad Cuxhaven, der Hafen in Friedrichskoog und sowie der Nationalpark Wattenmeer befinden. Auch bei einer Verbringung im Bereich MaxTrüb bestehen Bedenken, dass das Material in sensiblere stromabgelegene Bereiche eintreibt. Am besten geeignet scheint die Option, die eine Unterbringung von höher belastetem Baggergut in Bereichen vorsieht, die möglichst weit von der möglicherweise betroffenen Kommune entfernt liegen – also im Schlickfallgebiet oder in der AWZ.
Als Fazit kann festgehalten werden:
Eine Reduzierung der Schadstoffbelastung in der Elbe muss u.a. im Sinne eines flexibleren und umweltschonenden Umgangs mit Sedimenten in der Gewässerunterhaltung weiter vorangetrieben werden.
Die Zugänglichkeit von See- und Freizeithäfen an der Unter- und Außenelbe kann verbessert und eine Reduzierung von Baggermengen erzielt werden, wenn a) kurzfristig ein sukzessiver Austrag von Feinsediment aus dem System gelingt und b) die im Forum diskutierten und erstbewerteten Strombaumaßnahmen kurzfristig durchgeprüft und priorisiert werden müssen, damit sie mittel- bis langfristig umgesetzt werden. Die Gewässerökologie im inneren Ästuar sollte durch den Austrag vorrangig von Feinsedimenten entlastet werden, ohne dabei den Nationalpark Wattenmeer und andere ökologisch sensible Küsten- oder Meeresbereiche, insbesondere wertvolle Wattenbereiche, im Sinne einschlägiger Rechtsanforderungen zu beeinträchtigen. Die Unterhaltung der Bundeswasserstraße Elbe sowie der Hafenbereiche muss dabei die Anforderungen und Ziele der bestehenden Umweltrichtlinien und des Nationalparkgesetzes beachten. Die Fischerei trägt die Sorge vor möglichem Verlust von Fischereigebiet sowie von Marktanteil durch Imageverlust beim Verbraucher. Die Unterbringung von Sedimenten darf die Attraktivität der Küste und Flusslandschaft als Wohnort und Tourismusregion nicht beeinträchtigen.“

Um auch kurzfristig die Sedimentmengen zu reduzieren, empfiehlt das Forum, das Sedimentmanagement flexibler zu gestalten. Dazu soll die HPA und WSV enger und unbürokratisch zusammen arbeiten. So soll der Umgang mit Sedimentüberschüssen umweltverträglicher werden und durch ein Monitoring ständig überwacht werden. Die Teilnehmer zeigten sich sehr zufrieden mit dem Dialogforum und der Begleitung durch IFOK. Um die empfohlenen Maßnahmen zu konkretisieren, streben die Teilnehmer an, in einem weiteren Forum zusammen zu arbeiten. Schließlich ist der Dialog-Prozess „eine Langstreckenregatta, die gerade erst begonnen hat.“, so Uwe Deppe, Vertreter des Segler-Verbands Schleswig-Holstein.“
Zukünftig wird eine mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Ästuarpartnerschaft“ versehene Organisationsform als Fortsetzung des Fachforums vorgeschlagen.
Trotz am Jahresanfang durchgeführter intensiver Grundräumung der betroffenen Gewässerteile im Hamburger Hafen, ist eine im Vergleich zu den Vorjahren verstärkte Sedimentierung aufgetreten. Statt geplanter 1 Mio. Kubikmeter Schlick wurde die Verklappung an der Tonne E3, 25 km nordwestlich von Scharhörn, auf bis zu 2 Mio. Kubikmetern Sediment vom schleswig- holsteinischen Umweltminister genehmigt.
Die Umsetzung der Elbvertiefung bleibt weiter abzuwarten. Davon ist auch die Vergabe der Mittel der Stiftung Elbefonds abhängig, die erst ausgeschüttet werden, wenn die Elbvertiefung „kommt“.

Billwerder Bucht

Ein enttäuschendes Ergebnis erbrachte das Gespräch zwischen dem Bille- Wandersegel Verein und dem HS mit der HPA und der Finanzbehörde zum Thema Verlängerung des Tidefensters in der Billwerder Bucht durch Ausbaggerung der Fahrrinne und des Hafenbeckens. HPA und Finanzbehörde sehen keine Veranlassung, die zugegebenermaßen hohen Kosten im siebenstelligen Bereich, für eine zeitlich verlängerte Erreichbarkeit zur Hochwasserzeit zu tragen. Die Erreichbarkeit der Hafenflächen des Vereins und der ansässigen Gewerbebetriebe sei zur Hochwasserzeit gewährleistet.

Schutzgemeinschaft deutsche Nordseeküste SDN

Themen der Sitzung:
„Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie“ und „Müll in den Meeren“
Aktivitäten der SDN zur Verhinderung der Einleitung von Abwässern aus dem Kalibergbau in die Nordsee
neue Internetpräsentation der SDN
siehe dazu detailliert: www.sdn-web.de

Initiative Kiel- Canal

Informationsveranstaltung zu den Themen: Modernisierung der Infrastruktur des NOK –Maßnahmen und Zeithorizonte und aktuelle Planungen für die Schleusenanlagen in Kiel- Holtenau und Brunsbüttel und Praxistipps der Kanallotsen für Segler und Freizeitskipper.
Siehe Bericht der Sitzung, der allen Mitgliedsvereinen per Mail zugestellt wurde.

Länderarbeitskreis „norddeutsche Gewässer“

Die Initiative des Hamburger Seglerverbandes ist bisher noch nicht abschließend auf fruchtbaren Boden gefallen. Angeregt ist ein Arbeitskreis aus Vertretern der norddeutschen Landesverbände und dem DSV. Ausgangspunkt sind die Themen, die auf den von unseren Mitgliedern genutzten Gewässern nicht nur von regionalem Intersse sind. Zum Beispiel: die Befahrbarkeit der Schlei oder des Gieselaukanals und anderer Gewässer, interessiert nicht nur die direkten Anrainer, sondern alle Segler. Ebenso wären gemeinsame Strategien und Antworten zu Verschlickung, Befahrensverordnungen, Umwelt- und Naturschutzangelegenheiten usw. sinnvoll.

„Dieselpest“

Dieses Thema wurde von Mitgliedsvereinen an den HS herangetragen und von ihnen auf die angebotene und problematische Dieselsorte der Tankstelle im Hamburger Yachthafen hingewiesen. Das Thema ist allgemein in den Fachmedien und in vielen Vereinen (siehe z.B. www,svaoe.de) gut aufbereitet. Jeder Segler und jede Seglerin sollte wissen, wie er/sie sich gegen die Dieselpest wappnen kann.

Internetauftritt „Revier“ auf der HS- Webseite

Ist hoffentlich auf der JHV 2016 bereits realisiert.