2014-Bericht des Revierobmanns Axel Sylvester

Der Revierobmann ist seit Oktober 2014 kooptierter Beisitzer Hamburger Seglerverbandes.

In der Hauptsache diente die Zeit bis zur JHV 2015 zur Einarbeitung in die Revierthemen. Sehr hilfreich waren die Teilnahmen an den Fach- und Hauptforen zum Strombau- und zum Sedimentmanagementkonzept, um sich dem größten unserer Reviere, der Elbe, thematisch zu nähern und die Interessen der Wassersportler im Namen des HSgV zu vertreten. Insgesamt fanden im letzten Jahr und finden in diesem Jahr 16 Sitzungen statt, an denen der HSgV erstmalig ab Oktober durch den Revierobmann vertreten war. Hauptsächlich wurde das Thema erhöhte Sedimentierung auch der Sportboothäfen und nicht nur des Hamburger Hafens durch den HSgV in den Foren vertreten. Teilnehmer der Foren, siehe Graphik:

Blaues Heft 2015 gesamt-1

Aufgabe des Fachforums Sedimentmanagement ist es, unter Beachtung der Interessen aller Beteiligten Wege in die Zukunft aufzeigen, wie die Unterbringung von Baggergut in der Tideelbe weiter verbessert werden kann. Die neuerlich geplante Elbvertiefung und deren Auswirkungen sind ausdrücklich nicht (!) Thema der Foren. Es geht nur um die aktuell vorhandenen Probleme.

Um die Diskussion zum Thema Sedimentmanagement nachvollziehbar zu strukturieren, wurden im Rahmen der Auftaktsitzung gemeinsam Kriterien festgelegt, mit denen Unterbringungsoptionen analysiert und bewertet werden sollen. Diese Kriterien sind:

  • Morphologie – Beitrag zur Stabilisierung des Sedimenthaushalts
  • Ökologie/Schadstoffe – Auswirkungen auf Natur und Umwelt
  • Realisierbarkeit – Chance auf Umsetzung (technisch, wirtschaftlich, rechtlich, gesellschaftlich)
  • Elbnutzung – Auswirkungen auf die Tideelbe als Wirtschafts- und Lebensraum

Hauptsächlich geht es in den Foren um die Verbringoptionen von zusätzlich 1 Mio. Tonnen Sedimente jährlich aus dem Bereich des Hamburger Hafens. Man erhofft sich kurzfristig eine Reduzierung/Stabilisierung der Baggermengen durch ein verbessertes Sedimentmanagement durch andere Verbringungsmöglichkeiten und längerfristig durch geeignete Strombaumaßnahmen. Die Hauptforen bündeln die Ergebnisse der Fachforen und stellen sie vor.

Folgender Text (mit kleinen Änderungen) ist mit freundlicher Genehmigung von Bruno Höge aus dem Protokoll der Herbstversammlung 2014 der Gruppe Nedderelv zitiert:

„… die Experten sich jedoch längst nicht in allen Bereichen einig sind. Das geht hin bis zur Bewertung einzelner Worte. Man hat eingeräumt, dass noch kein Experte die große Lösung zu dem komplexen Thema gefunden hat. Eine langfristige Strategie ist dagegen notwendig.

Zu den Verbringungsoptionen für Baggergut und zur Einschätzung der Unterbringungsbereiche müssen vier Kriterien abgearbeitet werden: Morphologie/Ökologie und Schadstoffe/Realisierbarkeit/Elbnutzung. Zu den Baggermengen ist aktuell zu berichten, dass 2014 von Juni bis August ca. 1 Mio. m3 Baggergut zur Tonne E3 in die Außenelbe verbracht worden ist. Seit Oktober werden ca. 4000 m3 zum Nes-sand/Schweinesand umgelagert. Auf die Frage, wann das wohl wieder im Hamburger Hafen angekommen ist, wurde geantwortet, dass dies zwar so ist, aber es ist leider nicht messbar. Die WSV hat erinnert, dass bis 1986 über 100 Jahre der Verbleib des Baggerguts im System durch Umlagerung gängige Praxis war. Danach wurde dies durch die Hopperbaggerei mit erhoffter Chance auf ein morphologisches Gleichgewicht verändert. Eine Ausgeglichenheit des Sedimenthaushalts muss erreicht werden, da sonst die Leichtstoffe fehlen.

In 2014 waren in einigen Häfen besonders hohe Aufschlickungen in kurzer Zeit feststellbar. Der Umfang war nach Beobachtungen noch nie so erheblich, dies wird von den Fachleuten damit begründet, dass der Oberwasserzufluss im ganzen Jahr zu gering war und sich wesentlich höhere Schwebstoffraten absetzen konnten. Der Sedimentfang vor dem Hamburger Yachthafen zeigt eine verstärkte lokale Sedimentation auf, aber ein Einfluss auf Baggermengen im Hamburger Hafen ist nicht nachweisbar.

Als Szenarien wurden durchgespielt

  • ein flächenhaftes Bauwerk mit zwei Sänden in der Elbemündung, gewissermaßen als Bremse
  • ein linienförmiges Bauwerk quasi als Leitdamm von Neufeld bis Medemrinne.

Beides wurde aber verworfen, da sich dadurch keine wesentliche Steuerungswirkung erzielen lässt. Und es handelt sich bei allen besprochenen Maßnahmen um untersuchte Optionen, nicht um konkret geplante Maßnahmen

In der Dezembersitzung wurden sogenannte Steckbriefe zur Darstellung von Verbringoptionen nach morphologischen und ökologischen Kriterien für die Tideelbe und Deutsche Bucht vorgestellt. Demnach sind als mögliche Unterbringungsbereiche insbesondere als Option vorgestellt und diskutiert worden:

  • am Nessand/Schweinesand
  • unterhalb der Stör im Bereich St. Margarethen
  • in der Außenelbe beim neuen Lüchtergrund.
  • Verbringbereich Nordsee/Schlickfallgebiet

Uwe Hanse trug ergänzend vor, dass er in der vorletzten Sitzung die Frage gestellt hat, welche Beachtung die Sportschifffahrt in den Untersuchungen und geplanten Maßnahmen von HPA und WSV findet und wie der Erhalt der Nebenelben und Nebenflüsse und der Sportboothäfen gesichert werden soll. Die Antwort eines Referenten der WSV hierzu war jedoch äußerst befremdlich und auch eine danach in einem Telefonat von diesem vorgetragene Entschuldigung kann nicht befriedigen. Aus der Versammlung wird vorgeschlagen, dass UweHanse den Vorgang nochmals schriftlich auch mit dem Inhalt des Telefonats vorträgt, um eine schriftliche Stellungnahme zu erhalten.

Bis zum Jahresende (ergänzt: zur JHV des Hamburger Segler-Verbandes) stehen noch mehrere Sitzungstermine an, so dass die weitere Entwicklung abzuwarten bleibt.“ (Ende des Zitats aus dem Protokoll der Gruppe Nedderelv)

Wer sich vertieft mit den Themen beschäftigen möchte, findet alle Materialien im Netz: www.dialogforum-tideelbe.de

Die Aufgaben in der Stiftung Elbefonds werden weiterhin von Harald Harmstorf als persönlich berufenem Mitglied des Stiftungsrates wahrgenommen.

Zu den weiteren Aufgaben des Revierobmannes gehört beispielsweise das Treffen der Sportboothafenbetreiber. Eine Sitzung hat bis zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Berichtes noch nicht stattgefunden. Weitere das Revier betreffende Themen kommen nach und nach durch die Praxis hinzu. Im Vorstand werden dazu entsprechende Zuordnungen vorgenommen, auch weil ein Teil der Revierthemen durch die hohe Expertise des ehemaligen Vorsitzenden in diesen Bereichen auch von diesem wahrgenommen wurden.

Axel Sylvester, 19.1.2015