2013 Bericht des Beisitzers für Windsurfen Rainer Frohböse

Das abgelaufene Jahr hat dem Windsurfen in Hamburg sportliche Höhepunkte ebenso wie einen sportpolitischen Krimi mit Happy End beschert.

Leider konnten wir im Gegensatz zu 2011 im Berichtsjahr keinen Landeskader D im Windsurfen aufstellen, da von den ehemals vier Jugendlichen nur noch zwei bei der Stange geblieben sind und die Kooperation mit dem Schleswig-Holsteinischen Segler-Verband nicht fortgeführt werden konnte.

Dennoch gibt es Positives von unseren verbliebenen beiden jugendlichen Regattasurfern zu berichten. So sind Finn Schulz und Lars Mühmel wiederum in der Surf-Nachwuchsbundesliga als Team angetreten. Beim Bundesligafinale in Großenbrode konnten Sie einen hervorragenden 2. Platz in der Wertung U15 belegen und sie musten sich nur deshalb dem siegreichen Team vom Chiemsee geschlagen geben, weil am letzten Wettfahrttag eine Magen-/Darminfektion dazwischen kam.

Außerdem sind die beiden erstmals bei der BIC Techno WM in Medemblik / Niederlande am Start gewesen und haben dort durch teilweise recht ordentliche Ergebnisse in der Silver- Fleet gezeigt, was in ihnen steckt. An diese Leistungen wollen die Beiden anknüpfen.

Höhepunkt des Jahres 2012 war aber ohne Zweifel das Surf-Bundesligafinale, für deren Ausrichtung der Windsurfing Club Hamburg erstmals in der Geschichte des Vereins wie des Hamburger Seglerverbandes den Zuschlag vom Deutschen Segler Verband erhalten hatte. Diese Regatta fand vom 14.- 16. September 2012 vor Großenbrode statt und war in jeder Hinsicht einer deutschen Meisterschaft würdig. Fast alle qualifizierten Teams waren dem Ruf des Nordens gefolgt, so dass wir uns über eine Rekordbeteiligung von fast 90 Startern in der Raceboard Klasse und bei den BIC T293 freuen konnten. Und sowohl auf dem Wasser als auch an Land stimmte einfach Alles. Hervorragende Windverhältnisse und eine perfekte Organisation sorgten schließlich dafür, dass viele Teilnehmer noch viele Jahre von dieser Veranstaltung schwärmen werden.

Sportlich gesehen konnte das Master-Team vom Windsurfing Club Hamburg in der Besetzung Bernd Neumann, Niko Mattig und Rainer Frohböse in der Gesamtwertung mit einem sehr guten 4. Platz unter den 14 gestarteten Teams in der Gesamtwertung überzeugen, was den Hamburgern zugleich den inoffiziellen Titel des besten Master-Teams eingebrachte.

Die Ausbildungsaktivitäten auf dem Oortkatensee konnten unterdessen fortgeführt werden. Mit der Unterstützung von vier vom Deutschen Segler Verband ausgebildeten Surflehrern wurden in den Monaten April bis September wiederum verschiedene Anfängerkurse durchgeführt. Für das kommende Saison ist geplant, diese Aktivitäten im Jugendbereich noch auszubauen, um so weitere Jugendliche an das Windsurfen heranzuführen und um Verstärkung für das erneut antretende Jugendteam zu gewinnen.

Auf Verbandsseite prägend waren im Jahr 2012 die Diskussionen und schließlich die Entscheidung hinsichtlich der Frage, ob das Wind- oder das Kitesurfen 2016 in Rio olympisch ist. Nachdem das ISAF Council in einer höchst umstrittenen Entscheidung im Mai sich zunächst denkbar knapp für das Kitesufen ausgesprochen hatte und diese Entscheidung auch bei der Jahrestagung im November vom Council zunächst bestätigt wurde, hat erst die Mitgliederversammlung der ISAF, bei der alle nationalen Seglerverbände stimmberechtigt sind, diese Entscheidung schließlich doch noch gekippt und der RS:X Klasse so zu einem weiteren Auftritt bei der nächsten Olympiade in Rio verholfen.

Aufgrund der zwischenzeitlichen Abkehr vom Windsurfen als olympischer Disziplin hatten jedoch sowohl der DSV auch das Sailing Team Germany bereits alle weiteren Trainingsaktivitäten außerhalb der unmittelbaren Vorbereitung auf die Regatten in Weymouth gestoppt und waren drauf und dran, ab sofort das Kiten zu fördern. Es bleibt zu hoffen, dass die Verbandsoberen nun einen Weg finden, die Sportförderung im Windsurfen möglichst nahtlos wiederaufzunehmen. Diesbezüglich werde ich mich aktiv in die Diskussionen mit dem DSV einmischen und hoffe, so etwas für den Nachwuchs im Windsurfen zu bewirken.