erstellt am: 2. März 2014 / Windsurfen

2013 Bericht Beisitzer 8 – Segelsurfen – Rainer Frohböse

„Das abgelaufene Jahr hat dem Windsurfen in Hamburg sportliche Höhepunkte ebenso wie einen sportpolitischen Krimi mit Happy End beschert.“

Mit genau diesen Worten habe ich im vergangenen Jahr meinen Bericht begonnen. Und auch 2013 war durch ein ähnliches Auf und Ab bestimmt, so dass ich diesen Satz wieder meinem Bericht voranstellen möchte.

Sportlich gibt es erneut Positives von unseren beiden jugendlichen Regattasurfern zu berichten, die im vergangenen Jahr letztmalig in der Altersklasse U15 angetreten sind. Finn Schulz (Ranglistenplatz Platz 8) und Lars Mühmel (Ranglistenplatz 4) waren erneut bei den Weltmeisterschaften auf dem ISAF Jugendboard BIC Techno 293 am Start, die in 2013 Zopot / Polen stattgefunden haben. Dort überzeugte insbesondere Lars, dem es gelang, unter den 93 Teilnehmern in seiner Altersklasse den 43. Platz zu belegen. Damit konnte er sich in der Goldfleet etablieren und wurde zugleich zweitbester Deutscher. Sportlich gesehen ist dies ein klarer Aufwärtstrend!

Die weit mehr als 400 Regattateilnehmer aus 24 Nationen bei den Weltmeisterschaften beweisen, dass die Jugendarbeit im Windsurfen weltweit ungebrochen einen sehr hohen Stellenwert hat. Allein die Teilnahme an dieser internationalen Jugendveranstaltung ist an sich Motivation genug, um die eigenen sportlichen Fähigkeiten weiter zu steigern. Zugleich aber führen die Berichte unserer Teilnehmer bei den Kleineren dazu, sich selbst das Ziel zu setzen, bei einer derartigen Regatta einmal selbst starten zu können. Dementsprechend gibt es im Windsurfing Club Hamburg inzwischen rund ein halbes Dutzend weiterer ambitionierter Kinder, die in den kommenden Jahren in die Fußstapfen ihrer beiden Vorgänger treten möchten.

Die Ausbildungsaktivitäten auf dem Oortkatensee konnten unterdessen fortgeführt werden. Mit der Unterstützung von vier vom Deutschen Segler Verband ausgebilde-ten Surflehrern wurden in den Monaten April bis September wiederum verschiedene Anfängerkurse durchgeführt. Für die kommende Saison ist geplant, die Aktivitäten im Jugendbereich noch auszubauen, um so weitere Jugendliche an das Windsurfen heranzuführen. Geplant ist drei Teams aus Hamburg für die Surf-Nachwuchsbundesliga zu melden.

In der Raceboardklasse konnte das Master-Team vom Windsurfing Club Hamburg in der Besetzung Bernd Neumann, Niko Mattig und Rainer Frohböse beim diesjährigen Bundesligafinale auf dem Altmühlsee seinen Titel in der Gesamtwertung mit einem sehr guten 4. Platz im Gesamtklassement verteidigen, was den Hamburgern zugleich den inoffiziellen Titel des besten Master-Teams eingebrachte.

Im vergangenen Jahr habe ich an dieser Stelle berichtet, dass der DSV nach der vorübergehenden Abkehr der ISAF vom Windsurfen als olympischer Disziplin sämtliche Aktivitäten in Sachen Nachwuchsförderung eingestellt habe. Zugleich habe ich versprochen, mich aktiv in die Diskussionen mit dem DSV einzumischen, um so jungen Windsurfern eine sportliche Perspektive zur Fortsetzung ihrer Karriere bieten zu können. Und Versprechen soll man halten!

Insbesondere der Verzicht des DSV auf Einbeziehung des Windsurfens in die DC- Kaderkriterien hat im vergangenen Jahr zu einer Abkehr einiger Landesseglerver-bände vom Windsurfen geführt, was wiederum zu einem erheblichen Rückgang der Teilnehmerzahlen in der BIC Techno 293 Jugendklasse und zu einem völligen Erliegen jeglicher nationaler Regattaaktivitäten auf dem olympischen RS:X Board beigetragen hat.

Die verbliebenen Trainer und Aktiven aus Bayern, Berlin und Hamburg haben aus der Not jedoch eine Tugend gemacht und im vergangenen Jahr zur BIC Techno 293 WM nach Zopot erstmals ein Team Germany entsandt. Vor Ort hat denn auch ein Regattatraining für alle jugendlichen WM Fahrer stattgefunden, das den Zusammenhalt des Teams deutlich gesteigert hat.

Im Herbst haben dann vier Landesseglerverbände auf unsere Hamburger Initiative hin Anträge an den Deutschen Seglertag gestellt, der vom 28.-29. November in Warnemünde stattgefunden hat. Ziel dieser Anträge ist die Wiedereinführung von DC- Kaderkriterien und die Erstellung eines Konzeptes zur Wiederbelebung des Regattasports in Deutschland. In zahlreichen Vorgesprächen und mit besonderer Unterstützung unseres 1. Vorsitzenden Harald Harmstorf, im Zusammenwirken mit einigen Seglerratsmitgliedern sowie die in großer Einigkeit aller Windsurfer vorgetragenen Anträge ist es schließlich gelungen, die 2/3 der Delegierten gegen das Votum des DSV-Präsidiums von unserem Anliegen zu überzeugen, so dass nun das DSV-Präsidium hinsichtlich der Kaderkriterien am Zug ist.

Doch damit allein ist es nicht getan. Im kommenden Jahr sollen bundesweit alle Re-gattaaktivitäten von der Vereins- über die Ebene der Landesseglerverbände bis hin zum DSV besser als bisher koordiniert werden, um mit diesem in sich schlüssigem und damit erfolgversprechendem Konzept die Regattaszene bei den jugendlichen Windsurfern neu zu beleben. Ich hoffe sehr, dass erste Erfolge bereits im Verlauf der Saison 2014 sichtbar werden.

Rainer Frohböse